Am 27. Juni 2010 fand die jährliche Mitgliederversammlung des Vereins Berneuchener Haus e.V. statt, zuvor wurde die Jubiläumsausstellung "Helmuth Uhrig - Frauengestalten" eröffnet. Lesen Sie dazu ...
Jahres-Mitgliederversammlung 2010 des Vereins Berneuchener Haus e.V.
Eröffnung der Jubiläumsausstellung „Helmuth Uhrig – Frauengestalten“
Jahres-Mitgliederversammlung 2010 des Vereins Berneuchener Haus e.V.
Kloster Kirchberg, 27. Juni 2010: Knapp 60 Mitglieder des Trägervereins des Tagungs- und Einkehrhauses Kloster Kirchberg, „Verein Berneuchener Haus e.V.“, nahmen am Sonntagnachmittag an der ordentlichen Mitgliederversammlung 2010 teil. Auf der Tagesordnung standen der Beschluss einer Satzungsänderung des Vereins sowie die Verabschiedung des langjährigen Schatzmeister Jürgen Hanßmann.
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Trotz des herrlichen Wetters und des Fußballweltmeisterschaftspiels Deutschland - England nahmen am Sonntag rund 60 Mitglieder des Vereins Berneuchener Haus e.V. an der Jahresmitgliederversammlung 2010 teil, mehr als im Vorjahr. Auch der Sulzer Bürgermeister Gerd Hieber hatte den Weg auf den Kirchberg gefunden, verabschiedete sich jedoch eine Viertelstunde vor Beginn des Spiels. Zuvor hatte er in seinem Grußwort die enge Verbundenheit der Stadt Sulz mit dem Kloster Kirchberg betont. „Wir sind sehr stolz, dass das Kloster in unserem Stadtgebiet steht und als Einrichtung und Kulturgut unsere Stadt bereichert. Es ist ein Kleinod und ein wichtiger Rückzugsort für Menschen auch außerhalb unsere Stadt.“
Gerd Hieber sprach dem scheidenden Schatzmeister des Vereins, Jürgen Hanßmann, sowie dem kaufmännischen Leiter des Berneuchener Hauses, Wilhelm Harr, der im Oktober den Kirchberg verlässt, seine Anerkennung für das Geleistete und seinen Dank für die gute Zusammenarbeit aus. Gerd Hieber: „Es ist uns gemeinsam gelungen, zwischen dem Kirchberg und der Stadt ein enges Verhältnis zu schaffen, zusammen zu agieren und Dinge durchzusetzen.“ Als Präsent überreichte er beiden einen „Sulzer Bilderbogen“.
„Sag meinen Kinder, dass sie weiter ziehen“, mit diesem Zitat des Theologieprofessors und Dichters Klaus Peter Hertzsch hatte der Vereinsvorsitzende Dr. Richard Reininghaus seinen Bericht überschrieben. Darin ging er auf die verschiedenen Veränderungen ein, die dem Verein und dem Berneuchener Haus bevorstehen, darunter nicht nur die personellen Veränderungen – im kommenden Jahr wird auch die Position des geistlichen Leiters auf dem Kirchberg neu besetzt – und die Satzungsänderung, sondern auch ein verändertes Aufgabenfeld für den Kirchberg. Dabei betonte Reininghaus die Stärken des Kirchbergs: „Kirchberg, das ist der Versuch, vier Elemente des menschlichen Lebens zusammen zu bringen, die sonst selten so beieinander sind, deren Bedeutung ich aber hoch schätze: Spiritualität, Engagement, Professionalität und guter Wille. Auf keines dieser Elemente können wir verzichten bei der Aufgabe, das Berneuchener Haus zu betreiben.“
Es folgten der Bericht des Vorsitzenden des Beirats, Dr. Manuel Zahn und des Geistlichen Leiters, Pfarrer Peter Schwarz, der einen Rückblick über die Highlights im Veranstaltungskalender des vergangenen Jahres auf dem Kirchberg gab.
Der kaufmännische Leiter, Wilhelm Harr, ging auf den Mangel an ehrenamtlichem Personal im Klosterladen ein, auf die im April abgeschlossene Renovierung der Klosterschenke sowie auf den neu ins Leben gerufenen Newsletter „Kirchberg Aktuell“ ein.
Außerdem kündigte er an, dass die Abwasserrohre im gesamten Konventgebäude aufgrund ihres desolaten Zustands erneuert werden müssen. „Vom Januar bis in die erste Märzhälfte 2011 hinein werden wir weder die Zimmer, noch die Tagungsräume und auch nicht die Küche nutzen können. Lediglich bis zu 40 Gäste können wir in dieser Zeit beherbergen. Das bedeutet einen Nutzungsausfall von 27.000 Euro“, so Harr.
Das Finanzministerium als Eigentümer von Kloster Kirchberg hat eine Erstattung bisher abgelehnt, von Seiten des Regierungspräsidiums wurde jedoch versprochen, sich für den Kirchberg einzusetzen, um den Ausfall auszugleichen zu können.
Am Ende seines letzten Berichts vor der Mitgliederversammlung bedankte sich Wilhelm Harr für viele gute Gespräche und Gedanken der letzten Jahre. „Mein Dank gilt vor allem auch den ehrenamtlichen für ihr Engagement, bitte machen sie auch in Zukunft weiter so.“
Punkt 4 der Tagesordnung „Änderung der Satzung des Vereins“ führte zu lebendigen Diskussionen unter den Vereinsmitgliedern. Der Vorschlag sah vor, neben einer Reduzierung der Organe und Gremien auf künftig nur noch drei - Mitgliederversammlung, Verwaltungsrat (statt dem bisherigen Beirat) und Vorstand – auch personelle Verkleinerungen der einzelnen Gremien vorzunehmen. Damit soll die Funktion des bisherigen Geschäftsführenden Vorstands wegfallen, deren Aufgaben einem verkleinerten Vorstand übertragen werden.
Laut Beiratsvorsitzendem Dr. Manuel Zahl können damit Entscheidungsfindungen gestrafft und letztendlich Kosten gespart werden.
Vor allem der Punkt, dass der Geistliche sowie der Kaufmännische Leiter künftig kein Stimmrecht mehr im Vorstand haben sollten, sorgte für zahlreiche kontroverse Diskussionsbeiträge.
Der entsprechende Absatz im Vorschlag zur Satzungsänderung wurde schließlich gestrichen, die Satzungsänderung mit großer Mehrheit angenommen.
In seinem anschließenden Bericht nannte der scheidende Schatzmeister, Jürgen Hanßmann, das Jahr 2009 ein „hartes Jahr“. Es sei gekennzeichnet gewesen durch steigende Kostenbelastungen und drohenden rückläufigen Belegungszahlen. Doch es sei auch ein Jahr voller Hoffnung gewesen.
Die Umsatzerlöse gingen um rund 10% auf 839.000 Euro zurück, konnten jedoch durch höhere Zuschüsse der Berneuchener Gemeinschaften aufgefangen werden. Für das laufende Jahr sieht Hanßmann die Chance, die - allerdings niedrigen - Zahlen des Vorjahres zu erreichen. Die Kostenentwicklung bezüglich Tarifsteigerungen, steigender Energie- und Lebensmittelpreise seien jedoch nur schwer kalkulierbar.
„Wir lassen aber unsere Hoffnung auf unerwartete Einnahmen nicht sinken“, so Hanßmann. Sein Dank galt vor allem den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die zur Kostenentlastung auf einen Teil ihrer Weihnachtsgratifikationen verzichtet hatten und sich sehr flexibel beim Abbau von Urlaub und Mehrstunden gezeigt hatten; aber auch den Ehrenamtlichen und allen Spenderinnen und Spendern.
Es folgten die Entlastung des Vorstands und des Beirats und als letzter Punkt die Verabschiedung von Jürgen Hanßmann. Dr. Richard Reinighaus nannte den 75-Jährigen, der sein Amt 1998 angetreten hatte „ein herausragendes Beispiel eines ehrenamtlichen Mitarbeiters, das immer wieder Nachahmer und Nachfolger finden möge“ – bisher steht jedoch noch nicht fest, wer künftig das Amt des Schatzmeisters im Verein Berneuchener Haus e.V. übernimmt. Richard Reinighaus: „Ein Schatzmeister in einem ganz umfassenden Sinne des Wortes sind Sie, lieber Herr Hanßmann, auf diese Weise geworden. Die Art, dass und wie Sie die vielfältigen „Schätze“ des Kirchbergs gehütet und vermehrt haben, eben nicht allein im finanziellen Sinne, und nicht einmal an erster Stelle, das wird noch lange weiter wirken. So möge uns Ihr Vorbild lange erhalten bleiben.“
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In Anerkennung seines herausragenden Engagements erhielt Jürgen Hanßmann neben einem Aquarellbild des Kirchbergs auch eine druckfrische Sonderausgabe des „Kirchbergsbriefs“ zu seinen Ehren. In seinen Abschiedsworten ging Jürgen Hanßmann noch einmal auf seine Motivation und die Ziele ein, die er sich für seine Arbeit auf dem Kirchberg gesetzt hatte: „Mir ist in meinem Leben viel geschenkt worden, dies zu teilen und davon weiterzugeben, war mir ein großes Anliegen, ja eine Pflicht. Mein Ziel war, für den Verein ein ausgeglichenes Ergebnis zu erreichen. Dies scheint zwar in Sichtweite, aber erreicht habe ich es nicht. Das bedaure ich persönlich – wohl wissend um die Gründe. Vielleicht muss der Kirchberg aber auch damit leben, dass er immer auf des Messers Schneide steht. Ich habe viel Erfahrungen gesammelt auf dem Kirchberg und auch neue Freunde gewonnen. Dafür bin ich dankbar.“ Dem Verein und dem Kirchberg wünschte er zum Abschluss der Mitgliederversammlung eine gute Weiterentwicklung und ein segensreiches Wirken für die Menschen, die auf der Suche sind. Mit stehenden Ovationen wurde Jürgen Hanßmann verabschiedet und der traditionellen Reisesegen beschloss die Mitgliederversammlung.
Jubiläumsausstellung im Kloster Kirchberg eröffnet
„Frauengestalten im Werk Helmuth Uhrigs“
Anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Kunstsammlung Helmuth Uhrig hat die Kuratorin der Sammlung, Dr. Ingrid Helber, gemeinsam mit dem Arbeitskreis Helmuth Uhrig, eine Jubiläumsausstellung organisiert, die sich dem Thema Frauen im Werk des Künstlers und Michaelsbruders Helmuth Uhrig widmet.
„10 Jahre sind ein guter Anlass“, sagte der Vorsitzende des Vereins Berneuchener Haus e.V. in seinem Grußwort in der bis auf den letzten Platz gefüllten Unteren Scheuer im Kloster Kirchberg. „Mit dem Thema Frauengestalten ist dabei gewissermaßen ein Längsschnitt durch das Werk des Künstlers gelungen.“
Geschätzte 10.000 Objekte beinhaltet der Nachlass Helmuth Uhrigs, den er dem Kirchberg vererbte. „Angesichts der Fülle der Werke“, so der Geistliche Leiter des Hauses, Pfarrer Peter Schwarz, „platzt die Sammlung aus allen Nähten. Aber diese Fülle ist auch ein Zeichen dafür, dass die Kunstsammlung auf die Zukunft angelegt ist. Durch die Arbeit von Dr. Helber und ihren Mitstreitern wird der breiten Öffentlichkeit ins Bewusstsein gerufen, welchen Schatz wir hier auf dem Kirchberg haben.“
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Nur ein Bruchteil der hinterlassenen Werke konnte bisher der Öffentlichkeit präsentiert werden, so in acht thematischen Ausstellungen auf dem Kirchberg, in vier Tagungen sowie in zehn externen Ausstellungen in Kirchen.
Bereits im Jahr 2003 hatte Dr. Ingrid Helber das Thema „Frauen in der Bibel“ als Ausstellungsthema erwogen, doch es dauerte einige Zeit, bis das Weibliche in der Kunst Helmuth Uhrigs, die religiösen und weltlichen Frauengestalten von der biblischen Eva bis zu seiner Frau Margarethe, in einer Ausstellung präsentiert werden konnten.
Über drei Viertel der Ausstellungsobjekte wurden erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und die Auswahl fiel der Kuratorin und ihren Mitstreitern Brigitte Vosseler und Otto Klein nicht leicht - finden sich im Nachlass Uhrigs doch viele Frauengestalten, viel mehr als Engel.
Bei der Konzeption der Ausstellung wurde besonders darauf geachtet, das breite Spektrum im Schaffen Helmuth Uhrigs aufzuzeigen – von den beeindruckenden frühen Bleistiftzeichnungen über Aquarelle und Holzschnitte, Rötelstudien und Tuschzeichnungen, bis zu den farbigen Entwürfen für Glasfenster.
Die Ausstellung zeigt humorvolle Zeichnungen aus den zwanziger Jahren wie „Typisch Frau – Beim Einkaufen“ ebenso wie Plastiken, die sich mit dem Expressionismus und dem Kubismus auseinandersetzen oder auch kleinformatige Tonfiguren ukrainischer Bäuerinnen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs, die durch erdfarbene Aquarelle ergänzt werden.
Religiösen Themen gewidmet sind Werke wie „Das Gleichnis von der Witwe und dem ungerechten Richter“ oder die Holzschnitte „Heilige Elisabeth von Thüringen“ auf hauchdünnem Papier.
„Immer wieder“, erläuterte Dr. Ingrid Helber in ihrer Einführungsrede, „griff Uhrig die Botschaft der biblischen Frauen auf.“ Dabei stellt er auch ihre wichtige Rolle in der Heilsgeschichte heraus, wie bei „Maria und Johannes“.
„Und“, so Helber weiter, „in Uhrigs Werken der 50´ er und 60´er Jahre sind – für uns heute eigentlich selbstverständlich – unter den Jüngern Jesu stets Frauen zu finden.“
Musikalisch umrahmt und bereichert wurde die Ausstellungseröffnung von kurzen Flötenstücken, gespielt vom Kirchberger Kantor Peter Ulkan, Ellen von Kieseritzky und Julia Dieter. Für den Beginn und das Ende hatten sie sich zwei Sätze einer Suite des Briten Godfrey Finger ausgesucht, zwischendurch gab es – passend zum Thema der Ausstellung - drei Lieder an, für und über Frauen aus der Renaissance- bis Barockzeit.
Zum Abschluss waren die Vernissage-Gäste zu einem gemeinsamen Rundgang mit der Kuratorin eingeladen, die zuvor noch einmal die große Bedeutung und Mannigfaltigkeit des Werks Helmuth Uhrigs betonte: „Lassen Sie sich überzeugen, dass die Kunstsammlung Helmuth Uhrig nicht zehn Jahre alt, sondern zehn Jahre jung ist.“
Die Kunstsammlung Helmuth Uhrig ist von März bis Dezember jeweils am 1. und 3. Sonntag eines Monats von 14 bis 17 Uhr geöffnet sowie nach Vereinbarung unter der Telefonnummer 07454/8830.
Dr. Ingrid Helber / Dagmar Kötting
Konzert des Vokalensembles "Voices, Hearts & Souls"
Am Abend des 27. Juni gab der Gospelchor "Voices, Hearts & Souls" in der Johanneskirche ein Gastspiel. Das Balinger Ensemble unter der Leitung von Juandalynn R. Abernathy begeisterte die Zuhörer mit Negro- und African-American Spirituals, die einen geistlich-spirituellen Hintergrund haben.