| Neues Programm |
Kloster Kirchberg. Gestresste Manager, abgekämpfte Frauen oder Männer, die Angehörige versorgen oder Berufstätige, die mit dem zunehmenden Wettbewerbsdruck nicht zurecht kommen: Immer mehr Menschen suchen bei meditativen und spirituellen Angeboten eine Auszeit vom Alltag. Mit Meditation, geistlichen Wochen, Tage der Einkehr und Besinnung, "Walk and Pray" oder auch Yoga und Tai Chi reagiert das Tagungs- und Einkehrhaus Berneuchener Haus Kloster Kirchberg in seinem neuen Jahresprogramm auf dieses Bedürfnis.
„Viele Menschen stehen privat und beruflich unter großem Druck. Wir wollen unseren Gästen auch im kommenden Jahr die Möglichkeit geben, bei uns zur Ruhe zu kommen“, erklärte der geistliche Leiter des Hauses, der evangelische Pfarrer Peter Schwarz, bei der Vorstellung des Programms für das Jahr 2008 am Freitag (16. November) in Stuttgart. Neuere Untersuchungen zeigten, dass viele Menschen sich ausgebrannt und erschöpft fühlten und deshalb eine Auszeit vom Alltag suchten. Das Tagungs- und Einkehrhaus bietet ihnen die Möglichkeit, einfach einige Tage im Kloster zu entspannen, die Stille und die Natur rund um den Kirchberg zu genießen und am klösterlichen Leben mit seinen Tagzeitengebeten und Gottesdiensten teilzunehmen oder einen der Kurse zu besuchen.
Auch im Jahr 2008 wird es ein besonderes Angebot für Führungskräfte geben. In vier verschiedenen Kursen mit dem Titel „Organisationskultur konkret: Vertrauen“ sollen diese in der Abgeschiedenheit und Stille des Klosters zur Ruhe kommen können und neue Impulse erhalten. „In Zeiten der Globalisierung nimmt der Wettbewerbsdruck zu“, erklärt Ulf Pomerenke, der verantwortlich für die Veranstaltungsreihe ist. Umso wichtiger werde da auch die Rückbesinnung auf eigene Ziele und Werte. Auch in diesem Jahr konnte das Tagungshaus für diese Schulungen hochkarätige Referenten aus unterschiedlichen Bereichen gewinnen.Insgesamt bietet Kloster Kirchberg im Jahr 2008 rund 100 Veranstaltungen. „Besonders gefragt sind Kurse zu Themen wie Stille, Gebet, Meditation“, erklärt Peter Schwarz – auch das zeigt seiner Meinung nach, dass viele Menschen immer wieder gezielt Ruhe und Entspannung abseits der gewohnten Umgebung suchten. Das bestätigt auch Anette Niethammer, die im Kloster Kirchberg Tai Chi- und Qi Gong-Kurse anbietet. Die Teilnehmer kommen aus ganz unterschiedlichen Berufen und Lebenssituationen“, erzählt sie, viele hätten im Alltag kaum einen Bezug zur Kirche oder ihren Einrichtungen. „Die Tage im Kloster sind für sie häufig auch ein Abenteuer“. Zugleich sei das Kloster Kirchberg ein idealer Ort, um abschalten und zur Ruhe zu kommen. „Der Geist des Hauses prägt die Menschen und die Veranstaltungen“, ist die Dozentin für Meditation, Tai Chi und Qi Gong überzeugt.
Auch Helene Brändle, die seit vielen Jahren ins Kloster Kirchberg kommt, schätzt die besondere Atmosphäre des Klosters. Sie nimmt bereits seit dem Jahr 2003 ein Mal im Jahr an den „Tagen der Einkehr“ teil und hat dort „die Stille als Kraftquelle erfahren“, erklärt sie. Und eine andere Teilnehmerin sagt: „Schweigen kann so schön sein“.
Im Jahr 2007 waren nach Angaben von Jürgen Hanßmann, dem Schatzmeister des Trägervereins, bisher rund 6.000 Menschen zu Gast auf dem Kirchberg, haben Veranstaltungen besucht, Urlaub im Kloster gemacht oder die Räume des Klosters für eigene Veranstaltungen genutzt: So kommen regelmäßig Schulklassen oder Konfirmandengruppen, Mitarbeiter von Firmen in der Umgebung zu Tagungen oder Fortbildungen ins Kloster. Obwohl das Kloster Kirchberg wirtschaftlich unter großem Druck steht, zeigte sich Hanßmann mit der Bilanz für 2007 zufrieden: Es sei gelungen die Zahl der Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent zu steigern, die Verweildauer der Gäste aber sei insgesamt gesunken. Mit der neu gegründeten Stiftung „Kloster Kirchberg – Berneuchener Haus“, einer Treuhandstiftung der Stiftung Diakonie Württemberg soll die Arbeit des Klosters jetzt langfristig finanziell abgesichert werden. Momentan liege das Stiftungsvermögen bei etwa 220.000 Euro, bis zum50-jährigen Jubiläum, das das Tagungs- und Einkehrhaus im kommenden Jahr an Pfingsten feiert, soll es auf 250.000 Euro angewachsen sein.