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Jungbruderschaft im Kloster

„Ein Stück Heimat“: Jungbruderschaft trifft sich im Kloster Kirchberg.  Der Kovent der Michaelsbruderschaft hat rund 20 Mitglieder.

Kloster Kirchberg. Manchmal wird Anne Gottschaldt schon ein bisschen komisch angeguckt, wenn sie erzählt, dass sie Mitglied einer evangelischen Jungbruderschaft ist. „Für viele klingt das wohl etwas merkwürdig“, sagt die 17-Jährige und grinst. In der Jugendorganisation der Michaelsbruderschaft treffen sich Jugendlichen und jungen Erwachsene regelmäßig zum geistlichen Austausch – und über Nachwuchsmangel kann die Organisation nicht klagen.  

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„Es gibt eben immer noch viele junge Menschen, die Interesse an einer solchen Gemeinschaft haben“, ist der Leiter der Jungbruderschaft Peter Cornelius Jansen überzeugt.  Die besondere Form der Spiritualität, wie sie die Michaelsbruderschaft lebe – mit den vier Gebeteszeiten täglich und der Evangelischen Messe – spreche auch Jugendliche und junge Erwachsene an. Die Teilnahme bei der Jungbruderschaft ist, im Gegensatz zur Michaelsbruderschaft, in die man auf Lebenszeit aufgenommen wird, zeitlich begrenzt: Die meisten Mitglieder bleiben zwischen sieben und 17 Jahren dabei, „solange, bis sie beruflich und familiär etabliert sind“, erklärt Jansen.

Die Gespräche, das Zusammenkommen mit Gleichgesinnten, das ist es, was Anne Gottschaldt an der Jungbruderschaft gefällt. „Ich lerne hier interessante Persönlichkeiten aus ganz Deutschland kennen“, erzählt sie. Die 17-Jährige sitzt im Hof des Kloster Kirchbergs in der Sonne, mit am Tisch Frauen und Männer unterschiedlichen Alters. Da ist zum Beispiel Claudia Bonkowski, die ihren Mann auf dem Kirchberg kennen gelernt hat und schon seit 15 Jahren Mitglied der Jungbruderschaft ist. Ein Stück Heimat sei diese inzwischen für sie geworden, meint die 35-Jährige. Die 26-jährige Hanna Naglatzki ist seit drei Jahren dabei, „die Art, wie wir zusammen Gottesdienst feiern, das finde ich einfach nirgendwo sonst“, erklärt sie. „Der Austausch über religiöse Themen ist mir wichtig“, ergänzt Carsten Goetze. Der 25-jährige Erzieher wurde vor vier Jahren Mitglied bei der Jungbruderschaft, anfangs seien seine Eltern skeptisch gewesen, gibt er zu. Heute aber sind die beiden stolz darauf, „dass ich meinen Glauben auch klar nach außen vertrete“. Den Glauben leben – das ist Mitgliedern der Jungbruderschaft auch im Alltag wichtig. Ein klösterliches Leben aber führen sie nicht, „Kneipe, Disko, da gibt’s keine Einschränkungen“, sagt Hanna Naglatzki und lacht. Jungbrüder und Jungschwestern sind eben keine Mönche und keine Nonnen, sie tragen weder Habit noch Mönchskutte, und üben ganz unterschiedliche Berufe aus: Sie sind Schülerin wie Gottschaldt, Hausfrau wie Bonkowski, angehende Lehrerin wie Naglatzki oder Erzieher wie Goetze.

Vier Mal im Jahr treffen sie sich, jährlich ein Treffen findet immer im Kloster Kirchberg statt. „Auf dem Kirchberg kann ich aufatmen und zur Ruhe kommen“, sagt Claudia Bonkowski und die anderen am Tisch nicken zustimmend. „Hier oben vergeht die Zeit ganz anders“, fügt Goetze hinzu.

Gemeinsam werden die Teilnehmer in den nächsten Tagen die Stundengebete und die Gottesdienste feiern, Bibelarbeit halten, meditieren und sich mit dem Thema „Ausdruckstanz“ beschäftigen. Und natürlich wird auch viel geschwätzt und erzählt, „schließlich haben wir uns alle lange nicht gesehen“, sagte Anne Gottschaldt, „da kann es abends schon mal spät werden“. Beten und Feten – bei der Jungbrüderschaft gehört eben beides zusammen.  

Zum Text bietet die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ein passendes Foto an: Es zeigt Hanna Naglatzki (hinten links), Claudia Bonkowski mit Sohn Florian (hinten rechts), Anne Gottschaldt (vorne links) und Carsten Goetze (vorne rechts) im Klosterhof des Kloster Kirchbergs.